Tinder-Date Nr. 58, Teil 12: Ein paar Fortschritte und ein paar offene Fragen

Nachdem ich mich mit Nr. 58 also wenigstens schriftlich mal über meine Gefühle ausgetauscht habe, planen wir das nächste Wochenende. Für Samstag habe ich schon einen Besuch bei meinem Bruder ausgemacht. Und das passt mir eigentlich ziemlich gut in den Kram, denn etwa auf halber Strecke zwischen meiner Stadt und der meines Bruders wohnt Nr. 58. Ich könnte also perfekt am Freitag zu 58 fahren und von dort am Samstag weiter. Oder alternativ könnte ich Samstag auf dem Rückweg zu ihm kommen und bis Sonntag bleiben. Das schlage ich ihm beides zur Auswahl vor. Ich habe schon die Zugverbindungen rausgesucht und es würde alles perfekt passen. Und dann schreibt Nr. 58: „Hmmm… Auf SeineStadt am Wochenende hab ich nicht so Lust. Wir könnten uns auch am Samstag dann in DeinerStadt treffen…“

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Warum ich ein bisschen Angst vor einer Fernbeziehung habe

Nr. 58 will mit mir zusammen sein. Er hat das bislang nicht direkt wortwörtlich gesagt, aber es ist doch sehr eindeutig, dass er es will. Und was ist mit mir? Will ich mit ihm zusammen sein? Ja! Aber! Er wohnt 100 Kilometer entfernt. Natürlich sind sein Lebensmittelpunkt, seine Familie und Freunde ohnehin hier. In diese andere Stadt fährt er bloß zum Arbeiten. Aber trotzdem ist er eben die ganze Woche über nicht da.

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Kurzmitteilung

Tinder-Date Nr. 58, Teil 7b: „Wir müssen reden!“

Wooo war ich stehen geblieben?! Siebtes Date mit Nr. 58: Ich fühle mich also ein bisschen zu wenig beachtet. Ich streunere ein Weilchen alleine durch den Club. Ein Typ labert mich an und ist sagenhaft nervig. Auch als ich sage, dass ich kein Interesse hab. Ich gehe also wieder zur Gruppe zurück. Ich quatsche mit dem neugierigen Kumpel vom Anfang. Er fragt grinsend, wie die Dinge denn nun eigentlich stehen zwischen 58 und mir. Er wollte vorhin nicht so unsensibel rüberkommen, aber er ist halt neugierig. Der Kumpel: „Wenn der Nr. 58 dich mit zu uns nimmt, dann hat das schon was zu sagen!“ Das würde ich ja nun nicht so interpretieren. Bei unserem zweiten Date hat er mich zu ebenfalls sehr guten Freunden mitgenommen. Und das hatte definitiv nichts zu sagen.

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Tinder-Date Nr. 57: Ein Monolog-Date, ein indirekter Korb und eine post-Korb-Diskussion

In seinem Profil ist eine amerikanische Universität angegeben. Auch seine Fotos lassen erkennen, dass er wohl längere Zeit in den USA verbracht hat. Er fragt im Chat dann auch gleich nach meinem Bild mit dem kalifornischen Auto. Aber das ist eigentlich nur der Aufhänger, um mir erzählen zu können, dass er ein paar Jahre in den USA gelebt hat. Er hat sich immer noch nicht so richtig eingewöhnt zurück in Deutschland, schreibt er. Irgendwie sind mir solche Erzählungen vor dem persönlichen Kennenlernen ja ziemlich egal. Was weiß ich, ob ich den Typ auch nur im Mindesten interessant finde. Da will ich mir eigentlich noch keine großartigen Infos merken. Also frag ich schnell nach einem Date.

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Kurzmitteilung

Tinder-Date Nr. 55, Teil 2: Wiederholen oder fortsetzen?

Mit Nr. 55 hatte ich also ein ganz schönes erstes Date. Es gab viel Bier, gute Gespräche, ein bisschen Geknutsche, aber auch ein paar Punkte an ihm, die ich vielleicht nicht so toll finde. Dass wir uns wiedersehen würden, war nach dem ersten Date aber eigentlich absolut klar. Das hatten wir ja beim Date schon mehr oder weniger ausgemacht. Doch dann lief die Kommunikation nach dem Date irgendwie komisch. Finde ich. Aber lest selbst:

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Die Verrohung der Kommunikation durch das Internet: Ein Abgesang auf den Korb

Einen Korb bekommen: Woher kommt dieser Begriff eigentlich? Heute hab ich mich mal voll ins Zeug gelegt und das hochaufwendig bei Wikipedia recherchiert. Anlass war das Kommunikationsverhalten von Nr. 53. Aber dieser Beitrag hier besteht auch aus älteren Passagen, die ich immer mal wieder notiert hab. Denn über diese Themen rege ich mich immer wieder auf: Benching. Ghosting. Breadcrumbing. Körbe geben, digital. Was für ein Scheiß! Der Ausdruck „jemandem einen Korb geben“ ist aus einem mittelalterlichen Brauch entstanden, bei dem die Frau ihren Verehrer in einem Korb in ihr Haus zog. War sie nicht interessiert an diesem Mann, verwendete sie dabei einen instabilen Korb und der Mann brach beim Hochziehen durch den Korb hindurch und stürzte hinunter. Eigentlich ist die heutige Begrifflichkeit daher nicht ganz zutreffend, denn den Korb hat er ja immer gekriegt, auch wenn sie den Typen haben wollte. Eigentlich müsste man sagen „einen kaputten Korb geben“. Naja, wie auch immer, ist ja irrelevant. Hier eine nicht von mir selbst angefertigte sondern von Wikipedia geklaute Skizze zu diesem äußerst spaßigen Vorgang:

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Statusmitteilung

Intermezzo zu Nr. 53: Über die Kommunikation von (Des-)Interesse

Nach dem schönen ersten Date höre ich erstmal ein paar Tage nichts von Nr. 53. Kein Stress… ich brauche keine Dauer-Chats und hab kein Problem damit, mich selbst als Erstes zu melden. Irgendwann schreib ich ihm also mal, am frühen Abend. Eine Blabla-Gesprächseinstiegs-Nachricht. Von ihm kommt darauf: Nichts. Den ganzen Abend. Erst am nächsten Morgen antwortet er. Dazu muss ich sagen, dass er bei der Prä-Date-Kommunikation immer recht zeitnah geantwortet hatte. Also nun auch nicht innerhalb von Minuten. Muss ja absolut nicht sein! Aber eben in einem angemessenen Rahmen, zwei oder drei Stunden vielleicht. Wenn nun die Beantwortung einer hochkomplexen Frage wie „Hattest du ein schönes Wochenende?“ mehr als 12 Stunden in Anspruch nimmt, dann macht mich das stutzig. Er antwortet aber ganz nett und stellt mir auch eine Frage. Ich schreibe normal zurück. Dann das gleiche Spiel wieder: Von ihm den ganzen Tag überhaupt keine Reaktion, sondern erst am nächsten Morgen.

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