Kurzmitteilung

Tinder-Date Nr. 53, Teil 2: Zwei Matches, ein Mixtape und null Diplomatie

Nr. 53 hat die schlimme Männergrippe überlebt. Yeah! Also können wir uns wiedersehen. Das verzögert sich aber etwas, da ich in der Woche danach ziemlich viel unterwegs bin. Erst ein paar Tage in der Heimat und dann unternehme ich noch einen spontanen Wandertrip. Daher dauert es über 2 Wochen nach dem ersten Date bis zum zweiten. Diesmal komme ich in seine Stadt. Er wohnt in der rund 15 Kilometer entfernten Nachbarstadt. Auf der kurzen Zugfahrt freue ich mich auf das Wiedersehen. Nachdem so viel Zeit seit dem ersten Date vergangen ist, ist das Bild von ihm in meinem Kopf etwas verblasst. Fühlt sich daher fast an wie ein erneutes erstes Date.

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Die Verrohung der Kommunikation durch das Internet: Ein Abgesang auf den Korb

Einen Korb bekommen: Woher kommt dieser Begriff eigentlich? Heute hab ich mich mal voll ins Zeug gelegt und das hochaufwendig bei Wikipedia recherchiert. Anlass war das Kommunikationsverhalten von Nr. 53. Aber dieser Beitrag hier besteht auch aus älteren Passagen, die ich immer mal wieder notiert hab. Denn über diese Themen rege ich mich immer wieder auf: Benching. Ghosting. Breadcrumbing. Körbe geben, digital. Was für ein Scheiß! Der Ausdruck „jemandem einen Korb geben“ ist aus einem mittelalterlichen Brauch entstanden, bei dem die Frau ihren Verehrer in einem Korb in ihr Haus zog. War sie nicht interessiert an diesem Mann, verwendete sie dabei einen instabilen Korb und der Mann brach beim Hochziehen durch den Korb hindurch und stürzte hinunter. Eigentlich ist die heutige Begrifflichkeit daher nicht ganz zutreffend, denn den Korb hat er ja immer gekriegt, auch wenn sie den Typen haben wollte. Eigentlich müsste man sagen „einen kaputten Korb geben“. Naja, wie auch immer, ist ja irrelevant. Hier eine nicht von mir selbst angefertigte sondern von Wikipedia geklaute Skizze zu diesem äußerst spaßigen Vorgang:

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Statusmitteilung

Intermezzo zu Nr. 53: Über die Kommunikation von (Des-)Interesse

Nach dem schönen ersten Date höre ich erstmal ein paar Tage nichts von Nr. 53. Kein Stress… ich brauche keine Dauer-Chats und hab kein Problem damit, mich selbst als Erstes zu melden. Irgendwann schreib ich ihm also mal, am frühen Abend. Eine Blabla-Gesprächseinstiegs-Nachricht. Von ihm kommt darauf: Nichts. Den ganzen Abend. Erst am nächsten Morgen antwortet er. Dazu muss ich sagen, dass er bei der Prä-Date-Kommunikation immer recht zeitnah geantwortet hatte. Also nun auch nicht innerhalb von Minuten. Muss ja absolut nicht sein! Aber eben in einem angemessenen Rahmen, zwei oder drei Stunden vielleicht. Wenn nun die Beantwortung einer hochkomplexen Frage wie „Hattest du ein schönes Wochenende?“ mehr als 12 Stunden in Anspruch nimmt, dann macht mich das stutzig. Er antwortet aber ganz nett und stellt mir auch eine Frage. Ich schreibe normal zurück. Dann das gleiche Spiel wieder: Von ihm den ganzen Tag überhaupt keine Reaktion, sondern erst am nächsten Morgen.

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Kurzmitteilung

Tinder-Date Nr. 54: (Sehn-)Süchtig

Das Date mit Nr. 54 liegt schon ein Weilchen zurück, kurz nach dem Date mit Nr. 53 war das. Bedingt durch Freizeitstress bin ich aktuell etwas in Verzug mit dem Schreiben. Aber aus dem selben Grund hatte ich auch länger kein Date mehr, also kann ich schnell wieder aufholen. Ja, der Nr. 54: Der gefällt mir auf seinen Fotos optisch ziemlich gut. Er ist vielleicht nicht im klassischen Sinne schön, aber irgendwie hat er etwas an sich, das mir sehr gefällt. Er schreibt nett, braucht jedoch immer ewig zum Antworten. Dann kommt irgendwann gar nix mehr von ihm. Drei oder vier Tage lang. Danach eine Nachricht: „Sorry, hört sich nach doofer Ausrede an, ist aber echt keine: Mein Handy war leider defekt, hab’s erst heute repariert.“ Jo, das klingt wie die absolute Ausrede! Ich überlege, ob ich überhaupt nochmal antworten soll. Andererseits: Warum sollte er mir Quatsch erzählen? Und ein Handy kann ja auch wirklich mal kaputt gehen. So abwegig ist das nun nicht. Also schreiben wir wieder und verabreden schließlich das Date.

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Statusmitteilung

Tinder-Date Nr. 53: Intelligenz ist sexy

In seinem Profiltext steht: „Groß und sportlich sucht fröhliche unternehmenslustige Nichtraucher Prinzessin“. Ich überlege erst, ob ich ihn überhaupt matchen soll. Prinzessin bin ich ja nun nicht. Aber fröhlich und unternehmenslustig dafür umso mehr. Also ignoriere ich das mit der Prinzessin mal. Das merkt er bei einem Date ja sowieso recht schnell, dass ich keine Prinzessin mit Gel-Nägeln und künstlichen Wimpern bin. Er gefällt mir auf den Fotos optisch ziemlich gut. Naja von seinen Klamotten mal abgesehen. Bestimmt trägt er Outdoor-Jacken… haha. Ich bin davor nicht sicher, wie aktuell seine Fotos wohl sind. Zumindest sieht er darauf jünger aus als die Altersangabe suggerieren würde. Er ist ganz am oberen Ende meiner Alters-Range. Der Chat läuft zunächst eher schleppend. Ich überlege schon, ob ich überhaupt noch antworten soll, weil es etwas mühsam ist. Aber auf’s Stichwort leite ich dann doch geschmeidig über zu „Apropos Wein: Mal ein Glas zusammen trinken?“.

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Tinder-Date Nr. 52: Warum man beim ersten Date nicht über Politik reden sollte

Nr. 52 finde ich auf seinen Fotos optisch gar nicht mal so überragend. Aber naja, ich date scheinbar grade lieber nicht ganz so attraktive Männer. Also nicht aus einer bewussten Entscheidung heraus. Aber wenn ich so an Nr. 51 und 52 denke, fällt mir das im Nachhinein schon auf. Ihr wisst ja, Nr. 50 und so. Der war schön. Und hat mir weh getan. Vielleicht passiert das nicht, wenn ich weniger schöne Männer treffe, denke ich mir wohl unterbewusst. Das ist totaler Quatsch, das weiß ich doch. Nr. 52 ist auch wirklich nicht unattraktiv! Eigentlich ist er schon ziemlich ok, irgendwie. Sehr sportlich ist er. Iron Man Finisher. Das muss mich scheinbar beeindrucken. Und extrem groß ist er. Finden die meisten Frauen ja glaube ich recht toll. Ich nun nicht unbedingt. Also größer als ich sollte möglichst schon sein. Aber da reichen mir eigentlich ein paar Zentimeter. Einfach aus praktischen Gründen. Augenhöhe und so.

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Kurzmitteilung

Tinder-Date Nr. 51: Was für ein Kindergarten!

Heute vor einer Woche, der Tag danach. Nach dieser wirklich heftigen Nacht, in der mir Nr. 50 erst sagt, dass er keine Gefühle für mich hat. Und als ich dann schon mit angeknackstem Herzen angeschlagen am Boden liege, schlägt er mir auch noch mit dem Ex-Date ins Gesicht. Das tut weh. Als ich in jener Nacht nach Hause komme, lasse ich erstmal das raus, was ich zuvor in seiner Gegenwart nicht zugelassen habe. Und heule. Ausgiebig. Ich trink noch ein bisschen mehr Wein. Halb angetrunken ist ein blöder Zustand. Ich versuche zu schlafen. Geht nicht. Ich zieh mich nochmal an und geh spazieren. Es regnet. Das passt irgendwie. Ich laufe gerne im Regen. Ich höre Musik. Den Soundtrack meiner Verknalltheit in ihn. Und küre den Soundtrack dieser Nacht. Ich nehme ein Vollbad in meinen Gefühlen. Auch am Sonntag Vormittag noch. Bis meine Haut ganz schrumpelig ist. Und mein Herz. Ablenken klappt irgendwie nur recht zögerlich.

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